Die zehn besten Kinderfilme und -serien, die auch Eltern ertragen

Oooch nee, nicht schon wieder Paw Patrol! Für alle Eltern, denen es vor gemeinsamen Filmabenden mit den immergleichen, Regenbogen-überladenen, zuckersüßen, Tinnitus-erzeugenden Lieblingsfilmen der Kinder graut, haben wir hier die Entwarnung: Diese zehn Kinderfilme und -serien sind auch für Erwachsene unterhaltsam. (Und bei manchen der Witze ist es sicher besser, dass die Kleinen sie noch nicht verstehen.)

1. Chicken Run: Operation Nugget

Ginger und Rocky haben es geschafft: Die beiden Hühner leben auf einer idyllischen Insel. Die grausame Mrs. Tweedy, vor der sie im ersten Film Chicken Run geflohen sind, ist nur noch eine Schauergeschichte, mit der sie Küken Molly davor warnen, das Inselparadies zu verlassen. Doch zu ihrem Erschrecken müssen sie feststellen: Molly, mitten in der Pubertät, fühlt sich von ihren Eltern eingesperrt. So wie sie früher von Mrs. Tweedy eingesperrt wurden.

Eines Tages entdeckt Molly einen LKW der „Fun-Land Farms“ auf der anderen Seite des Ufers. Darauf ist ein Huhn abgebildet. Es hält beide Daumen nach oben, lächelt. Molly überlegt nicht lange. Sie reißt aus. Dass die „Fun-Land Farms“ kein Hühnerparadies sind, sondern ein gigantischer Geflügelschlachthof, ahnt Molly nicht. Nun ist es an ihren Eltern Ginger und Rocky, sie zu retten. Diesmal wird nicht aus, sondern eingebrochen!

Nach 23 Jahren ist mit Chicken Run: Operation Nugget dieses Jahr auf Netflix die Fortsetzung von Chicken Run – Hennen rennen erschienen, dem erfolgreichsten Stop-Motion-Animationsfilm aller Zeiten. Das Sequel übertrumpft die Vorlage sogar noch: noch mehr Gags, noch mehr irre Figuren (Roboter-Maulwürfe! Laser-Enten!). Und ein von Spionage-Filmen wie James Bond und Mission: Impossible inspirierter, actiongeladener Plot.

2. Nimona

Es ist ein Hai. Es ist ein Nashorn… Es ist ein Wal? Nein, es ist Nimona! Die Gestaltenwandlerin drängt sich dem in Ungnade gefallenen Ritter Ballister Boldheart hartnäckig auf – denn sie will der „Sidekick für den Rachefeldzug sein“. Ein Problem: Boldhart ist kein Bösewicht und plant auch keinen Rachefeldzug.

In der Netflix-Comic-Verfilmung ist Nimona macht die namensstiftende Figur ganz nebenbei zur Ikone der transgeschlechtlichen, queeren Bewegung mit einer klaren Botschaft: Sei das, was immer du sein willst! Eine Botschaft, die nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene wertvoll ist. Der Comic entstand übrigens als High School Projekt vom Comic Zeichner N.D. Stevenson – die erste Geschichte über Nimona und Ballister ist bis heute immer noch auf Tumblr zu finden.

3. Das Seeungeheuer

Das wahre Ungeheuer ist für den Seemann Jacob Holland die kleine Maisie, die sich als blinde Passagierin in einem Fass mit auf sein Boot schmuggelt, um mit ihm Monster zu jagen. Jacobs Karriere als Held der Meere begann ähnlich wie Maisies. Aber: „Das ist nicht dasselbe“, sagt er zu der Kleinen, um sie von ihrem Vorhaben abzuhalten, und meint damit: „Wir sind nicht dasselbe.“ Denn sie ist ein Waisenmädchen mit dunkler Hautfarbe. Und er war ein weißer, privilegierter Junge, als auch er unerlaubt zur See fuhr. Doch schon bald stellt sich heraus: Die beiden haben dasselbe Feuer in sich. Und werden zu Verbündeten.

Das Seeungeheuer ist eine Film gewordene Botschaft, die für viele Erwachsene genauso lehrreich sein kann wie für Kinder. Denn Maisie lässt sich nicht von anderen sagen, wer sie ist oder was sie kann. Was andere von ihr erwarten, spielt keine Rolle. Und so jagt sie nicht nur Ungeheuern unerbittlich hinterher, sondern auch den eigenen Träumen. Und übertrifft am Ende alle Erwartungen.

4. Shrek

Draußen leuchtet der Mond riesig am Nachthimmel, drinnen hat es sich der etwas zu klein geratene Lord Farquaad in seinem Bett gemütlich gemacht: Die Brust behaart, ein Martiniglas in der Hand, die Zebradecke über den Beinen, den Blick gerichtet auf … ein Abbild von Prinzessin Fiona im Zauberspiegel. Dabei scheint den Lord irgendetwas unter der Decke plötzlich zu überraschen. Und mit verstohlenem Blick zieht er sich die Decke noch ein Stückchen höher über die nackte Haut.

Zu den Filmen der vierteiligen Shrek-Reihe gehören Erwachsenenwitze wie Ohrenschmalz zum Oger. Bis heute beeindruckt die Filmreihe mit ihrem Meme-Potenzial. Doch nicht nur an zweideutigem Humor, sondern auch an versteckten Lebensweisheiten, tiefgründigen Charakteren oder cleveren Plots fehlt es der Filmreihe nicht.

5. Chihiros Reise ins Zauberland

Mit der zehnjährigen Chihiro werden sich auch Erwachsene identifizieren können – und identifizieren wollen. Denn ihre Eltern kommen in diesem Zeichentrickfilm nicht gut weg. Nachdem Chihiros Mutter und Vater wegen ihrer Gier in Schweine verwandelt wurden, bricht das Mädchen auf, um sie zu retten. Voller Mut, Unvoreingenommenheit und Neugier erlebt sie auf ihrer Reise ins Zauberland Abenteuer, immer begleitet von mysteriösen Gestalten wie Ohngesicht, den Rußmännchen und der Hexe Yubaba.

Chihiros Reise ins Zauberland ist zwar mit kindlicher Fantasie gestaltet, wird aber vor allem von Metaphern getragen. Wie der Hexe, die ihren Dienern die Namen raubt. Denn jeder Name im Film hat eine besondere Bedeutung. Chihiro bedeutet zum Beispiel „Fragen stellen“. Mit den Namen stiehlt die Hexe auch die Identität ihrer Arbeiter. Diese Symbole zu entschlüsseln und die Tiefgründigkeit der Charaktere zu begreifen, bedarf ganz bestimmt eines gewissen Alters. Nicht ohne Grund ist die Studio Ghibli Produktion der weltweit meist ausgezeichnete Zeichentrickfilm.

6. Avatar – Der Herr der Elemente

„Wasser, Erde, Feuer, Luft. Vor langer Zeit lebten alle vier Nationen zusammen in Harmonie. Doch dann erklärte uns die Feuernation den Krieg und alles änderte sich. Nur der Avatar, Herr der 4 Elemente, hätte sie aufhalten können. Aber als die Welt ihn am meisten brauchte, verschwand er.“ – Das von Wasserbändigerin Katara gesprochene Intro zur Animationsserie Avatar – Der Herr der Elemente ist in die Köpfe einer ganzen Generation gebrannt.

Die Geschichte von Avatar Aang, der sich der Feuernation stellte, gilt heute völlig zurecht als eine der besten Kinderserien, die je gemacht wurden. Die Charaktere sind charmant und liebenswert, die Dialoge von witzig bis herzzerreißend, die Geschichte von Anfang bis Ende gut durchdacht. Besonders eindrucksvoll ist, wie Avatar auch schwierige Themen wie Krieg, Philosophie, Religion und kulturelle Unterschiede so erzählt, dass Kinder wie Erwachsene sie verstehen, dabei etwas Neues lernen und gleichzeitig bestens unterhalten werden. Netflix arbeitet nun an einer Live-Action-Adaption der Erfolgsserie.

7. Kung Fu Panda

Der Pandabär Po ist etwas schwerfällig, isst gern und arbeitet im Nudelrestaurant seines Vaters. Bald soll er dort selbst die Geheim-Nudelsuppe kochen, für die ihm bloß noch das Wissen um eine letzte Zutat fehlt. Doch bevor es dazu kommen kann, führt ein unverhoffter Zufall zum anderen und Po landet als auserwählter Drachenkrieger beim Kung Fu Meister Oogway. Zunächst scheint Po ein hoffnungsloser Fall. Bis sein Meister auf eine Idee kommt und sich der Panda als hartnäckiger Schüler erweist. Am Ende lüftet Po sogar das Geheimnis der Drachenrolle.

Die Geschichte ist mit viel Humor erzählt, sodass die Außenseiter-mit-einem-Traum-Geschichte nicht zu kitschig wird. Der erste Film der Kung Fu Panda-Reihe war so erfolgreich, dass er mehrere Fortsetzungen, Serien und Kurzfilme nach sich zog. Am 14. Juli erscheint die neueste Serie: In Kung Fu Panda: Der Drachenritter muss Po seine Heimat verlassen und um die Welt reisen – auf der Suche nach Gerechtigkeit, Wiedergutmachung und einer Sammlung magischer Waffen.

8. Rettungshund Ruby

Ruby ist ein schwieriger Fall. Eine Mischlingshündin, die von vier verschiedenen Familien immer wieder zurück ins Tierheim gebracht wird. Zu aufmüpfig, zu wild. Bis State Trooper Dan Rubys Potenzial für die Hundestaffel sieht. Geduldig lernt er mit ihr, verliert nie den Glauben an sie – und wird dank Ruby endlich ins Rettungsteam aufgenommen.

Berührend ist Rettungshund Ruby vor allem deshalb, weil der Film auf einer wahren Geschichte beruht. Wäre Ruby nicht adoptiert worden, hätte ihr ein Schicksal gedroht, dass vielen schwer erziehbaren Tieren in amerikanischen Tierheimen blüht: Wer kein Heim findet, wird eingeschläfert. Dieses Thema rückt in dem Film allerdings in den Hintergrund und macht die Geschichte vollkommen kinderfreundlich. Mit einer schönen Botschaft: Jede*r hat eine zweite Chance verdient, und manchmal auch eine fünfte.

9. Mein Lehrer, der Krake

Dieser Film beginnt mit einem Burn-Out, doch dürfte er nicht nur deshalb die Aufmerksamkeit einiger Eltern auf sich ziehen. In der südafrikanischen Dokumentation Mein Lehrer, der Krake begibt sich der ausgebrannte Tierfilmer Craig Foster in die Tiefen des Atlantiks. Dort begegnet er einer Oktopus-Dame, die ihm aus seinem emotionalen Tief helfen wird. Der Film beschreibt die daraus entstehende Beziehung zwischen Mensch und Tier und die persönliche Entwicklung des Filmemachers – dem durch den Kraken seine eigene Verletzlichkeit vor Augen geführt wird.

Neben all den Emotionen im Film bietet die Doku ganz besondere Einblicke in das Leben am Grund des Meeres: Wie sich binnen Sekunden die Farbe des Kraken ändert oder das Tier einem Haiangriff entkommt, bloß durch die eigene Cleverness. Der Naturfilm zeigt gefühlvoll eine neue Welt auf, ohne belehrend zu sein.

10. Eine Reihe betrüblicher Ereignisse

Neil Patrick Harris spielt in der märchenhaft gestalteten Serie den hinterlistigen Grafen Olaf, der die Vormundschaft von drei Waisen übernehmen will, um so an das Erbe der Baudelaire-Familie zu gelangen. Die drei Geschwister Violet, Klaus und Sunny müssen Olaf immer wieder entkommen und entdecken auf ihrer Suche nach Obhut nicht nur das wahre Gesicht des Grafen, sondern auch einige dunkle Geheimnisse ihrer restlichen Verwandtschaft.

Die Serie Eine Reihe betrüblicher Ereignisse beruht auf der gleichnamigen Buchreihe von Daniel Handlers Alter Ego Lemony Snicket. In insgesamt 13 Büchern hat er die Geschichte der Geschwister erzählt und damit viel Material für facettenreiche Charaktere und einige Wendungen geliefert, die auch für Erwachsene unvorhersehbar sind.

Netflixwoche Redaktion

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