2000er Nostalgie: Diese sieben Filme prägten das junge Jahrtausend

Klapphandys, MP3-Player und Myspace – drei Begriffe, die aus dem Wortschatz so gut wie verschwunden sind. Heute stehen sie synonym für eine andere Zeit. Eine schräge Ära, eingequetscht zwischen den poppigen, analogen 90ern und dem Social-Media-Rausch der 2010er.

Die Nullerjahre waren eine Art Wilder Westen der Digitalisierung. Der Humor wurde spitzer und nischige Interessen durch neue Online-Communitys einem breiteren Publikum zugänglich. Eine kulturelle Neuausrichtung, die in der Dreifaltigkeit der 2000er-Filmkunst mündete: Superhelden, schlüpfrige Komödien und viel CGI.

Diese sieben Filme fangen den Geist der 2000er ein und sorgen nebenbei für jede Menge Nostalgie:

Twilight (2008)

Mit dem neuen Jahrtausend tauchte etwas auf, was Millionen von Teenager*innen weltweit einen neuen Lebenssinn gab: die Fandoms. Communitys, die sich mit Leidenschaft einem fiktiven Werk widmen. Fans, die Geschichten weiterspinnen, Bilder zeichnen und veröffentlichen und intensiv über die Materie diskutieren. Ein perfekter Nährboden für die Twilight-Saga und die Frage, die in den 2000ern viele Freundschaften auf die Probe stellte: Team Edward oder Team Jacob?

Harte Jungs (2000)

Wer würde sich gerne mal mit seinem „besten Stück” unterhalten? Wahrscheinlich niemand. Die Komödie Harte Jungs ließ diese Fantasie trotzdem wahr werden und leitete die deutsche Ära der 2000er Coming-of-Age-Storys ein. Mit einem sprechenden Penis, dem strebsamen Studium des Kamasutra und viel Peinlichkeit. Am 24. Mai erscheint der dritte Teil der Genitalien-Saga: Hammerharte Jungs. Axel Stein alias „Red Bull” ist mittlerweile Vater geworden und das Penisproblem wurde an die nächste Generation weitergegeben.

White Chicks (2004)

Das Filmelement des Geschlechter-Tausches, das schon in den 90er populär war, ist aus heutiger Sicht gealtert wie frische Bio-Milch. Im Jahr 2004 war die Zeit dann offenbar reif für eine Eskalation: Die Komödie White Chicks setzte den Höhepunkt des Trends und nahm zusätzlich das Thema Race-Swap auf die Agenda. Im Film müssen die beiden afroamerikanischen Polizisten Kevin (Shawn Wayans) und Marcus (Marlon Wayans) sich als weiße Frauen verkleiden, um die reichen Schwestern Brittany und Tiffany beschützen zu können. Trotz der problematischen Prämisse spielt White Chicks überraschend souverän mit Klischees und Stereotypen.

8 Mile (2002)

Den inoffiziellen Soundtrack der Dekade lieferte Eminem. Mit seinem dritten und erfolgreichsten Album The Marshall Mathers LP drückte er dem Rap-Genre 2000 seinen persönlichen Stempel auf. Düster, provokant, polarisierend. Zwei Jahre später folgte der Film 8 Mile, in dem Eminem die Hauptrolle spielt. Es geht um den Versuch des Rappers Jimmy „B-Rabbit“ Smith Jr. mit Rapmusik aus der Tristesse der Detroiter Vorstadthölle auszubrechen. Wie autobiografisch das Ganze wirklich ist, gilt als umstritten. Fest steht aber: Mit Lose Yourself lieferte Eminem zum Film einen der besten und erfolgreichsten Rap-Songs der Hip-Hop-Geschichte ab.

300 (2006)

Wer vor den 2000ern in der Filmkunst tätig war und seinem Film einen besonderen farblichen Ton verpassen wollte, der musste das während der Dreharbeiten tun, mit Licht und Farbblenden. Denn die digitale Farbkorrektur wurde erst nach dem Milleniumswechsel möglich. Einer der eindrucksvollen Repräsentanten der neuen Technik: Der Actionfilm 300, in dem es die titelgebende Zahl von Spartiaten mit dem Millionen-Mann-starken Heer der Perser aufnimmt. Wenn die ganze Umwelt in unterschiedlichen grau und beige Tönen gehalten ist, wirkt knallrotes Blut schließlich noch viel beeindruckender!

Miss Undercover (2000)

Auf den ersten Blick passt die Actionkomödie Miss Undercover genauso gut in die 1990er wie in die 2000er. Immerhin erfüllt der Film die vielleicht bekannteste Filmtrope der Dekade: Das obligatorische Umstyling der wenig mädchenhaften Protagonistin. Im Film stößt Agentin Gracie Hart (gespielt von Sandra Bullock) aber nicht nur auf eine Verschwörung hinter der Kulisse eines Schönheitswettbewerbs. Sondern auch auf eine Botschaft, die noch heute aktuell ist: Stärke hat kein Erscheinungsbild.

The Dark Knight (2008)

Erst die Superhelden-Filme der 2000er machten Nerdkultur so richtig salonfähig. Den Anfang machte Spiderman. Mit Iron Man war der Grundstein für das erste Cinematic-Universe gesetzt. Batman feierte seine düstere Neuerfindung mit der Trilogie von Christopher Nolan. Insbesondere der zweite Teil, The Dark Knightgilt bis heute als einer der besten Superhelden-Filme aller Zeiten. Und Heath Ledger lieferte als Joker eine der stärksten Bösewicht-Darbietungen, die das Genre bis dato gesehen hatte.

Netflixwoche Redaktion